Woran erkennt man ADHS?
Kernsymptome der ADHS sind Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, Impulsivität und Hyperaktivität. Die Aufmerksamkeitsschwierigkeiten zeigen sich besonders im Umgang mit längerdauernden, wenig anregenden Tätigkeiten. ADHS-betroffene Personen verlieren schnell die Konzentration, sind bald gelangweilt und lassen sich leicht ablenken, sowohl durch äussere Reize (z.B. Geräusche) als auch durch innere (Gedanken). So kommt es zu häufigen Unterbrechungen, die Aufgaben dauern übermässig lange oder bleiben gar unerledigt liegen. Zu den Aufmerksamkeitsschwierigkeiten gehören auch Probleme mit der Selbstorganisation. Viele betroffene Personen haben Mühe, ihre Zeit einzuteilen, Termine zu planen und einzuhalten, Ordnung zu halten, sie sind häufig vergesslich und wirken zerstreut. Impulsivität äussert sich als übermässige Ungeduld, zum Beispiel beim Anstehen oder beim Zuhören. Handlungen werden überhastet ausgeführt, der Betroffene sagt oder tut etwas, ohne die Konsequenzen zu bedenken, was ihm nachher oft leid tut. Hyperaktivität bezeichnet ein starkes, nicht kontrollierbares Bewegungsbedürfnis, und damit ein zunehmendes Unwohlsein, wenn man sich länger nicht ausreichend bewegen darf (Kinobesuch, Sitzungen). Bei Erwachsenen kann die Unruhe aber auch "nur" innerlich spürbar sein. Zu den hyperaktiven Symptomen zählt man auch das starke Bedürfnis, sich zu äussern (übermässiges Reden), beziehungsweise die Schwierigkeit, zuzuhören oder in Ruhe etwas zu tun. Neben diesen Kernsymptomen, die in den diagnostischen Richtlinien beschrieben sind, haben Erwachsene mit ADHS aber auch Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu steuern. Sie reagieren gefühlsmässig übermässig schnell, sowohl auf positive Vorkommnisse (lassen sich schnell begeistern) als auch auf negative (sind schnell verunsichert, deprimiert und gekränkt).
Die ADHS tritt in zwei verschiedenen Erscheinungsformen auf. Bei einem Teil der Betroffenen, häufiger Frauen, liegt der Schwerpunkt auf den Aufmerksamkeitsschwierigkeiten (ADHS des unaufmerksamen Typs, manchmal auch mit ADS bezeichnet), bei einem anderen Teil, häufiger Männer, sind Hyperaktivität und Impulsivität vordergründig (ADHS des vorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typs). Schliesslich gibt es Menschen, bei denen alle Kernsymptome in starker Ausprägung vorhanden sind (ADHS des kombinierten Typs).